KI-Video und Deepfake erkennen: Schritt für Schritt prüfen
Ein seltsames Blinzeln ist noch kein Beweis. Prüfen Sie Quelle, vollständigen Clip, Bild und Ton getrennt und behalten Sie widersprüchliche Befunde sichtbar.
Die Quelle und den vollständigen Zusammenhang sichern
Bevor Sie ein Gesicht Bild für Bild untersuchen, klären Sie die Herkunft. Wer hat den Clip zuerst veröffentlicht? Gibt es eine längere Fassung, einen Livestream, eine Pressekonferenz oder eine Aufnahme aus einem zweiten Blickwinkel? Ein echter Ausschnitt kann durch einen falschen Zeitpunkt, einen erfundenen Ort oder eine weggeschnittene Frage täuschen.
Sichern Sie den Link, das Konto, den Zeitstempel und — soweit rechtlich zulässig — die früheste verfügbare Datei. Schreiben Sie die zentrale Behauptung auf. Diese Dokumentation verhindert, dass die technische Analyse später mit einer ganz anderen Frage verwechselt wird.
- Nach einer längeren oder früheren Veröffentlichung suchen.
- Markante Sätze aus Untertitel oder Ton als exakte Suchanfrage verwenden.
- Lokale Medien, Veranstalter oder verifizierte Erstquellen vergleichen.
- Original und bearbeitete Kopien getrennt aufbewahren.
Das Video dreimal mit unterschiedlichem Ziel ansehen
Sehen Sie den Clip zuerst in normaler Geschwindigkeit, um die behauptete Handlung zu verstehen. Schalten Sie beim zweiten Durchlauf den Ton aus. Verlangsamen Sie beim dritten Durchlauf nur die Übergänge, in denen sich ein Gesicht dreht, eine Hand davor bewegt oder die Beleuchtung stark wechselt.
Prüfen Sie, ob Merkmale über mehrere Bilder stabil bleiben: Haaransatz, Ohren, Zähne, Brillen, Schmuck, Schatten und Reflexionen. Ein einzelnes unscharfes Bild entsteht leicht durch Bewegung oder Videokompression. Wiederholte Veränderungen an denselben Übergängen verdienen mehr Aufmerksamkeit.
Bild, Gesicht und Ton als getrennte Spuren behandeln
Ein Video kann echte Bilder mit geklonter Sprache kombinieren. Umgekehrt kann eine echte Stimme über eine erfundene Szene gelegt werden. Hören Sie mit Kopfhörern auf Sprünge im Raumklang, fehlende Atempausen, ungewöhnliche Betonung und Lippenbewegungen, die nicht mit Konsonanten zusammenpassen.
Bei öffentlichen Personen ist ein Vergleich mit der vollständigen Aufnahme des Senders oder Veranstalters oft stärker als eine Diskussion über Mundwinkel. Bei privaten Identitätsbehauptungen gilt: Beenden Sie den verdächtigen Kontakt und rufen Sie über eine bereits bekannte Nummer zurück. Das prüft die Identität, ohne vom technischen Verfahren des Angreifers abhängig zu sein.
Dem Video-Detektor die bestmögliche Datei geben
Verwenden Sie die früheste, vollständigste und am wenigsten komprimierte Datei. Eine Bildschirmaufnahme eines bereits stark komprimierten Social-Media-Videos hat viele ursprüngliche Signale verloren und kann neue Artefakte enthalten. Notieren Sie, welche Kopie geprüft wurde.
Ein guter Bericht trennt Hinweise auf generierte Bilder, Gesichtsmanipulation und synthetische Sprache. Der höchste Einzelwert darf widersprechende Befunde nicht unsichtbar machen. ‚Nicht anwendbar‘ bedeutet, dass für eine Spur kein geeignetes Signal vorhanden war — nicht, dass diese Spur authentisch ist.
Mit einer kalibrierten Schlussfolgerung enden
Eine belastbare Kurzfassung könnte lauten: ‚Die Gesichtsprüfung zeigt einen auffälligen Modellhinweis; der Ton war nicht auswertbar; eine Originalquelle wurde nicht bestätigt; die Behauptung bleibt offen.‘ Diese Form ist weniger dramatisch als ‚echt‘ oder ‚gefälscht‘, beschreibt aber tatsächlich die durchgeführten Prüfungen.
Wenn ein Video Geld, Sicherheit, Beschäftigung, Wahlen oder den Ruf einer Person betrifft, ist eine Webprüfung nur Triage. Bewahren Sie das Original, dokumentieren Sie alle Schritte und ziehen Sie bei erheblichen Folgen eine qualifizierte forensische oder redaktionelle Prüfung hinzu.
Die passende Prüfung starten.
Video mit dem KI-Video-Detektor prüfenPrimärquellen und weiterführende Informationen
Die verlinkten Quellen wurden zuletzt am 4. September 2026 geprüft. Einige Primärquellen sind nur auf Englisch verfügbar.