KI-bearbeitete Schadenfotos: Was Versicherer vor der Regulierung prüfen sollten
Ein Schadenfoto kann echt aussehen und trotzdem nicht zum gemeldeten Vorfall passen. Eine technische Bildprüfung kann zeigen, wo sich eine Rückfrage oder eine genauere Prüfung lohnt.
Das Problem erreicht die Schadenbearbeitung
Aviva berichtete im Juni 2026 über mehr Schadenmeldungen mit KI-generierten Bildern und manipulierten Dokumenten, besonders in der Kfz-Versicherung.
Ein Prüfszenario: Drei Aufnahmen zeigen ein beschädigtes Fahrzeug. Zwei bieten einen Überblick, die dritte eine tiefe Delle. Das Detailbild könnte unverändert, lokal bearbeitet oder aus einem anderen Vorfall übernommen worden sein. Jede Möglichkeit erfordert eine andere Rückfrage. Ein einzelnes Etikett ‘KI oder echt’ löst das nicht.
Für Anbieter von Schadensoftware ist der Dateieingang ein sinnvoller Startpunkt. Die eingereichten Medien bleiben dem Fall zugeordnet; die technischen Befunde ergänzen diese Akte. Prüfende sollten weder Dateien zwischen Werkzeugen kopieren noch nachträglich den passenden Bericht suchen müssen.
Was soll das Foto belegen?
Trennen Sie drei Fragen: Wurde die Datei generiert oder verändert? Zeigt sie den versicherten Gegenstand und den gemeldeten Vorfall? Besteht nach den Versicherungsbedingungen ein Anspruch? Ein Bilddetektor liefert Hinweise zur ersten Frage. Die beiden anderen lassen sich aus Bildpunkten allein nicht beantworten.
Auch eine unveränderte Aufnahme kann mit einem falschen Datum verwendet werden. Umgekehrt können ehrliche Kunden komprimierte, beschnittene oder nachbearbeitete Bilder senden. Leiten Sie aus einer Auffälligkeit eine konkrete Prüfung ab: etwa eine weitere Ansicht desselben Karosserieteils oder einen Vergleich der Schadenstelle über mehrere Aufnahmen.
Schadenfoto, Rechnung und Beschreibung abgleichen
Die KI-Bildprüfung und der Foto- und Dokumentenabgleich beantworten unterschiedliche Fragen. Der Detektor sucht nach KI- und Manipulationssignalen in einer Mediendatei. Cross-check vergleicht lesbare Angaben und sichtbare Details zwischen den eingereichten Fotos, Dokumenten und Ihrer Beschreibung. Halten Sie beide Befunde getrennt in der Akte fest.
Ein erfundenes Beispiel: Die Schadenmeldung beschreibt einen beschädigten hinteren Stoßfänger. Auf dem Foto ist nur die Fahrzeugfront zu sehen; die beigefügte Rechnung nennt eine Reparatur am linken Kotflügel. Daraus ergeben sich konkrete Rückfragen: Fordern Sie eine Ansicht des gemeldeten Schadens an und klären Sie, zu welchem Vorgang die Rechnung gehört.
Eine Übereinstimmung bestätigt keine Echtheit. Eine Abweichung ist zunächst Anlass für eine Rückfrage und beweist keinen Betrug. Über Ursache, Schadenhöhe und Deckung entscheidet weiterhin Ihr Team.
- Prüffrage formulieren: Passen die sichtbare Schadenstelle und die auf der Rechnung beschriebenen Arbeiten zur Schadenmeldung?
- Quellen zuordnen: Dokumentname und Seite sowie die verwendete Fotoansicht festhalten.
- Offene Punkte kennzeichnen: Fehlende Ansichten, unlesbare Angaben und mögliche Auslesefehler müssen erkennbar bleiben.
Die geprüfte Originaldatei aufbewahren
Bewahren Sie die ursprüngliche Einreichung im Schadensystem nach Ihren Zugriffs- und Aufbewahrungsregeln auf. Erfassen Sie Dateireferenz, Eingangszeit und, soweit unterstützt, einen Hashwert. Markierungen und Größenänderungen gehören in Arbeitskopien. So bleibt erkennbar, welche Datei tatsächlich untersucht wurde.
C2PA Content Credentials können signierte Herkunftsinformationen enthalten. Sie können aus einer Datei entfernt werden; ihr Fehlen belegt deshalb keinen Betrug. Halten Sie das konkrete Validierungsergebnis und seine Grenzen fest.
Übermitteln Sie nur die benötigten Medien. Ausweiskopien, Schriftverkehr und Zahlungsdaten gehören nicht in einen Bildprüfauftrag, wenn sie für diese Prüfung nicht erforderlich sind.
Ohne Integration mit ausgewählten Schadenfotos starten
Für einen ersten Durchlauf legen Sie ein Unternehmenskonto an und richten im Firmenarbeitsbereich die Abrechnung ein. Laden Sie anschließend die ausgewählten Schadenfotos in die Stapelprüfung. Sie erhalten zu jeder Datei einen eigenen Bericht und können die Befunde im Team prüfen.
Wählen Sie Fälle, deren bisherigen Prüfverlauf Ihr Team kennt. Achten Sie darauf, ob aus einem Hinweis eine konkrete Rückfrage entsteht und wie viel zusätzliche Arbeit die Klärung verursacht.
Die Stapelprüfung untersucht die Mediendateien einzeln. Wenn Sie wissen möchten, ob Foto, Rechnung und Beschreibung zusammenpassen, starten Sie dafür einen gesonderten Abgleich. Bildprüfung und Abgleich werden getrennt berechnet.
API-Befunde direkt in der Schadenakte anzeigen
Ihr Backend kann einen Foto- oder Videoauftrag an DeepfakePolicy senden und den fertigen Bericht per Abfrage oder Webhook abrufen. Ordnen Sie dessen Kennung Ihrer eigenen Dateireferenz zu. Noch laufende und fehlgeschlagene Aufträge brauchen einen eigenen Status: Ein Timeout ist kein unauffälliger Befund.
Zeigen Sie Detektorsignal, verfügbare Dateiinformationen, Einordnung und Grenzen gemeinsam an. Widersprüche müssen sichtbar bleiben. Eine plausible Bildbeschreibung darf einen auffälligen Detektorbefund nicht verdrängen; ein hoher Wert darf ebenso wenig automatisch zur Ablehnung führen.
Beginnen Sie die technische Integration mit Sandbox-Beispielen. Damit testen Sie Anfragen, Statusabfragen und die Verarbeitung des Ergebnisses. Die Sandbox liefert feste Beispieldaten und bewertet keine hochgeladenen Dateien. Vor der Verarbeitung eigener Dateien richten Sie die Firmenabrechnung ein.
Prüfaufwand und Fehler messen
Verwenden Sie Dateien, die Ihrem tatsächlichen Eingang entsprechen: echte Handyfotos, übliche Bearbeitungen, komprimierte Dateien und bekannte synthetische Beispiele. Halten Sie einen separaten Teil aus der Schwellenwertauswahl heraus. Sonst bewerten Sie vor allem die Dateien, an denen der Ablauf bereits angepasst wurde.
Messen Sie Fehlalarme bei echten Fotos, übersehene Manipulationen, unklare Ergebnisse und die Bearbeitungszeit pro Hinweis. Vergleichen Sie die Kosten je hilfreicher Weiterleitung mit dem bisherigen Ablauf. Viele schwache Warnungen können die Schadenbearbeitung verlangsamen.
- Dateitypen und Bearbeitungsschritte im Test dokumentieren.
- Fehlalarme, übersehene Änderungen und fehlende Ergebnisse getrennt erfassen.
- Widersprüche zwischen technischen Befunden und anderen Nachweisen prüfen.
- Die abschließende Entscheidung bei der zuständigen Fachkraft belassen.
Befunde als PDF mit Firmenlogo weitergeben
Halten Sie vor der Weitergabe fest, welche Datei geprüft wurde, wann die Analyse stattfand, welche Befunde vorliegen und was noch zu klären ist. Ein PDF-Bericht lässt sich der Schadenakte zuordnen oder an die zuständige Fachkraft weitergeben. Ihre Software kann dieselben aufgezeichneten Ergebnisse als JSON oder Text übernehmen.
Im Firmenarbeitsbereich können Inhaber und Administratoren Firmenname, Logo und Akzentfarbe für Berichte hinterlegen. Der Export übernimmt das gespeicherte Design. Ein erneuter Download startet keine neue Analyse und löst keine weitere Analysegebühr aus.
Das Firmenlogo verändert weder die Befunde noch die Grenzen der Prüfung. Auch im weitergegebenen Bericht müssen Unsicherheiten erkennbar bleiben. Der Bericht dokumentiert die Analyse; er ist weder eine Haftungsentscheidung noch ein unterzeichnetes Sachverständigengutachten.
Häufige Fragen
Beweist ein KI-Bilddetektor Versicherungsbetrug?
Nein. Er liefert Hinweise zur Datei. Sachverhalt, Kontext und Anspruch müssen anhand weiterer Nachweise und der eigenen Prüfverfahren beurteilt werden.
Ist die API ohne Verkaufsgespräch zugänglich?
Ja. Sie können Ihr Unternehmenskonto online erstellen, API-Schlüssel abrufen und den Ablauf mit Sandbox-Beispielen testen. Vor der Verarbeitung eigener Dateien richten Sie die Firmenabrechnung ein. Die Preise sind öffentlich einsehbar.
Bestätigt ein niedriger Wert die Echtheit eines Schadenfotos?
Nein. Eine lokale Änderung kann übersehen werden; ein echtes Foto kann zu einem anderen Vorfall gehören. Quelle, weitere Aufnahmen und Angaben zum Schaden bleiben relevant.
Was unterscheidet den Bilddetektor vom Foto- und Dokumentenabgleich?
Der Bilddetektor untersucht eine Mediendatei auf KI- und Manipulationssignale. Cross-check vergleicht lesbare Angaben und sichtbare Details zwischen Fotos, Unterlagen und einer Beschreibung. Sie erhalten getrennte Befunde; eine Übereinstimmung beim Abgleich bestätigt keine Echtheit.
Kann unser Schadenteam ohne API starten?
Ja. Erstellen Sie ein Unternehmenskonto, richten Sie die Abrechnung ein und laden Sie ausgewählte Fotos in die Stapelprüfung. Jede Datei erhält einen eigenen Bericht. Für den Vergleich mit Rechnungen oder einer Schadenbeschreibung nutzen Sie den gesondert berechneten Foto- und Dokumentenabgleich.
Können wir den Prüfbericht mit unserem Firmenlogo weitergeben?
Ja. Inhaber und Administratoren können im Firmenarbeitsbereich ein Berichtsdesign hinterlegen. Der PDF-Export verwendet dieses Design und bewahrt die aufgezeichneten Befunde. Ein erneuter Export startet keine neue Analyse und verursacht keine weitere Analysegebühr.
Die passende Prüfung starten.
Zum API-SchnellstartPrimärquellen und weiterführende Informationen
Die verlinkten Quellen wurden zuletzt am 20. September 2026 geprüft. Einige Primärquellen sind nur auf Englisch verfügbar.